Herbst im Norden – nichts für Anfänger

Die Ausläufer des Sturms (Teil 1) hat unser Zelt und haben wir darin gut überstanden. Mittlerweile waren wir am Kanuverleih und stehen nun samt Boot und Ausrüstung an einem Steg. Vor uns glänzt der Östra Silen – der auf dem Foto leider nach rechts ausläuft, wir müssen uns also beeilen drüber zu paddlen, bevor er leer ist – spiegelglatt in der Sonne. Der Himmel ist strahlend blau. Sturm? Wind? War da was?

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Nachmittags erwischt uns ein kurzer Schauer, bevor wir uns eine Privatinsel als Nachtquartier suchen. Es passt viel rein in so ein Kanu, und im Nu haben wir den Platz erobert und uns ausgebreitet.

 

 

Auch der zweite Tag der Paddeltour ist sonnig und angenehm. Aber an Tag 3 und 4  hat uns das Herbstwetter wieder. In der dritten Nacht wird es wieder stürmisch. Wir wissen zwar jetzt, dass das Zelt das gut aushält, aber wir stehen unter Bäumen. Die in der Nacht zum Glück alle stehen beiben. Der Wind bleibt auch tags garstig, Inseln sind außer Reichweite, quer über einen See paddeln ist auch bei den kleinen Seen völlig ausgeschlossen. Ein Kajak wünschen wir uns, das würde jetzt sogar Spaß machen, aber mit dem Kanadier paddeln wir brav die Buchten aus.

Was ist jetzt das Resümée des Herbstpaddeln? Wer noch nie im Kanu unterwegs war,  sollte lieber im Sommer damit anfangen. Das Wasser war schon sehr kalt, Waschen kostete Überwindung. Reinfallen wäre trotz Schwimmweste keine gute Idee gewesen. Auch nachts war es teils sehr kalt – am Kanuverleih war während unserer Tour schon einmal Bodenfrost.  Es ist schon merklich kürzer hell, man sollte die Tagesstrecken nicht zu lang planen – die Abende werden dafür dann lang und kühl (die offiziellen betonierten Feuerstellen im DANO-Gebiet ziehen richtig schlecht, wer hier ein Lagerfeuer in Gang halten will, ist ganz schön am Wedeln). Und den Wind darf man keinesfalls unterschätzen, im Kanadier wird es schon bei niedrigen Wellen schnell ungemütlich und auf offenen Wasserflächen gefährlich. Wer das Steuern noch üben muss, ist hier verkehrt.

Warum haben wir das dann überhaupt gemacht? Das Licht war typisch skandinavisch wunderbar, die Wolken waren dramatisch und man hat die Seen fast für sich alleine. Wir hatten die volle Auswahl an Zeltplätzen mit Windschutz und auch Motorboote waren kaum unterwegs. Viel Ruhe hatten wir also. Wer die mag, ist im Frühherbst in Värmland genau richtig.

Ach ja, die Mücken haben wir auch nicht vermisst.

 

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