Mein Streichelzoo

Oder: Mikrobiologie für Anfänger

Heute möchte ich meinen Anfang des Jahres eingezogenen Mitbewohner vorstellen:

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Das sympathische Kerlchen mit dem ulkigen Kopftuch hört auf den Namen Scoby und lebt seit März in unserer Abstellkammer. Man muss ihn zuerst mal für seine Bescheidenheit loben. Er mag es zwar gerne warm, aber auf Beleuchtung  kann er gut verzichten. Er wohnt bei mir vollmöbliert in einem großen Schraubglas. Allerdings ohne Deckel, denn eingesperrt wird bei mir niemand, auch wenn er seine Reisefreiheit nicht auslebt. Das Tuch trägt er als Schutz gegen die Fruchtfliegen-Groupies. Seine Miete zahlt er in Naturalien, allerdings muss ich ihm die Zutaten in die Kammer liefern. Er hat Vollpension gebucht. Zutaten? Jawohl, Zucker und Tee.

Für alles, was mit Tee zu tun hat, bin ich ja schnell zu haben. Und nach dem Ma-cha habe ich das Spektrum kürzlich um den Kombu-cha erweitert. An dieser Stelle sei das Namensgeheimnis gelüftet, Scoby ist ein Akronym und steht für Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast. Klingt nicht sehr sexy, obwohl kulturelle Symbiose vielleicht doch was zukunftsweisendes hat. Auf dem Foto sind zwei Scobies im Glas , die beiden hellen Scheiben, die da drin rumschwimmen. Ok, sieht auch nicht sehr sexy aus. Die nennt man auch Kombucha-Pilz, aber das ist falsch, ist ja eine Bakterien-Hefe-Kolonie.

Hefe also. Wenn bei Lebensmitteln Hefe im Spiel ist, wird es meistens lecker, so auch beim Kombucha. Ich füttere ihn allwöchentlich mit gesüßtem Schwarztee, gelegentlich auch einem Rest kalt gewordenen Grüntee. Dann verbringe ich meine Arbeitswoche in der Ferne, und wenn ich zurückkomme, hat Scoby mir aus dem Tee ein leicht säuerliches, leicht alkoholisches, sehr erfrischendes Sommergetränk gezaubert. Bisschen Minze rein oder Zitrone, noch ein oder zwei Tage ziehen lassen, für die Süßschnuten vielleicht ein Schluck Sirup dran und dann Schirmchen ins Glas und ab auf den Balkon!

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Scoby produziert übrigens fleißig fleißige Nachkommen die ich gerne zur Adoption freigebe. Räumliche Nähe der Adoptiveltern vorausgesetzt.

5 Kommentare

  1. Vor Jahrzehnten hatte ich auch mal so eine“Mitbewohner“. Mir persönlich war es zu süß, ich trinke eigentlich nur zuckerfreie Getränke. Aber der Geschmack war gut, soviel weiß ich noch! 🙂

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