Mysteriöses im Norden

Für ein Weilchen ist auf diesem Blog wenig passiert. Zum Teil weil mir das berufliche Schreibenmüssen etwas den Gedankenfluss blockierte und das private Schreibendürfen damit gehemmt hat. Das spricht ein bisschen dagegen, dass ich qualifiziert sein könnte, ein Seminar über (wissenschaftliches) Schreiben zu halten, ich werde es aber kommendes Jahr trotzdem tun. Theorie über anderer Leute Leben ist bekanntlich einfacher als die Praxis des eigenen. Wer glaubt schon, dass Ernährungsberater keine Schokoladenfressorgien abhalten und Paarpsychologen nur glückliche Beziehungen leben und Meinungsverschiedenheiten immer souverän im gepflegten Wortaustausch regeln? Warum also sollte ich nicht Schreiben lehren.

Vorwiegend kam die Pause aber dadurch, dass andere wissenschaftliche Aktivitäten mich vollständig absorbiert haben, was zur Vernachlässigung mehrerer Lebensbereiche führte. Ich bin noch damit beschäftigt, die dadurch entstandenen Scherben zusammenzukehren.

Ich würde nun gerne verkünden, dass das Zeilenende das Schweigen im Norden nicht mehr mit ansehen bzw. anhören konnte mitlesen wollte und mir durch seine Nominierung den entscheidenen Schubs zu geben versuchte. Nach seinen eigenen Worten war’s aber wohl der Zufall, der mich auf die Nominierungsliste brachte. Das finde ich auch nicht schlimm, ich stehe dem Zufall als gestaltendem Element positiv gegenüber und stand auch durch Zufall schon mal auf der Wahlliste für den Betriebsrat. Allerdings auf einem sicheren Listenplatz, wo keine Gefahr drohte.

Wofür hat mich Zeilenende nun nominiert? Für den Blogger Mystery Award von Okoto Enigma, wieder so ein Frage-und-Antwort-Spiel mit vagen Regeln, ehrlich gesagt, eins das mir ein bisschen suspekt ist und das ich selten lese. Eine Nominierung von meinem Lieblingsblogger kann ich aber nicht ausschlagen. Hat er mich doch auch schon dahin gebracht, dass ich mir ein Buch gekauft habe, obwohl ich eigentlich nur Bücher kaufe, die ich schon kenne und für gut befunden habe, und dass ich eine Buchbesprechung plane, obwohl ich Buchbesprechungen eigentlich doof finde und nicht lese. Für beides gab es in der Vergangenheit jedoch ausreichend Ausnahmen.

Also, die Regeln beinhalten neben der Verwendung des Logos, der Erwähnung der Initiatorin und des Nominierenden das Erzählen dreier Dinge über mich. Klar immer drei, wie in jedem guten Märchen. Das habe ich im einleitenden Teil schon getan. Darüber hinaus werden meine besten Blogartikel gefordert. Welche sind die besten? Die am meisten gelesenen oder kommentierten? Ich werde den Teufel tun und verraten, welche ich selbst bis zumindest kurz nach dem Hochladen am besten fand. Also lasse ich getreu dem Motto des Awards im Dunkeln, wie die folgende Auswahl zustande gekommen ist.

Offline

Als ich nicht in Peking war

Lost and Found – Dem Finden folgt das Suchen

 

Darüber hinaus will Zeilenende von mir wissen:

  • Was ist der Geruch deiner Kindheit?

Geh in einen Teeladen, dann weiß es Deine Nase noch bevor das kleine Windspiel an der Tür aufgehört hat zu bimmeln.

  • Ist Weltfrieden ein realistischer Wunsch?

Erfahrungsgemäß benimmt sich immer und überall jemand daneben. Dabei gehen schon die Meinungen darüber auseinander, worin jeweils das Danebenbenehmen eigentlich besteht, wer sich gerade nicht an die Regeln hält, oder welche Regeln überhaupt gelten. Wieso sollte das ausgerechnet im allergrößten Maßstab anders sein?

  • Dein bestes Rezept gegen die bald anstehende November-Traurigkeit?

Wieso sollte ich traurig sein, wenn mein Lieblingsfilmfestival im Kalender lockt, Martinsgans auf den Speisekarten auftaucht und Plätzchenbacken mit der Sandkastenfreundin ansteht?

Mittlerweile hat es sich nach der Fertigstellung dieses Beitrags ergeben, dass es 2017 doch eine November-Traurigkeit gibt. Das liegt aber nicht am November, sondern an dem, was in den letzten Oktobertagen geschah. Ein Rezept dagegen gibt es nicht.

  • Kann man vorher wissen, dass man zu einem ersten Date geht oder weiß man es erst danach?

Was man wann wusste ist rückblickend oft eine spannende Frage. Was man wissen kann ist noch viel fundamentaler. Vielleicht weiß man es manchmal einfach, obwohl man es doch noch gar nicht wissen konnte. Oder man hätte es wissen können, wollte aber nicht, um es nicht zu verderben?

  • Die verrückte Frage: Wenn du mit einem Murmeltier verheiratet wärst, das telepathisch mit Menschen kommunizieren kann, wie würde das dein Leben verändern?

Ich weiß nicht, wie Murmeltierragout schmeckt, aber ich würde es sicher bald herausfinden, es sei denn der Murmelgatte hielte zwölf Monate im Jahr Winterschlaf. Ich kann es nicht leiden, wenn mir jemand, der es besser wissen sollte, in die Gedankengänge quatscht, und wenn das dann noch per Telepathie IN meinem Kopf passierte, dann könnte ich für gar nichts mehr garantieren.

1 Murmeltier gehäutet, ausgenommen, entbeint und zerteilt, 1 große Karotte, 1 große Zwiebel, Schalotten, getrocknete Pilze (am besten Morcheln), 0,5 l Schwarzbier, etwas Essig (z. B. kräftiger Sherryessig), etwas Tomatenmark, Wacholderbeeren, Lorbeer, Nelken, Thymian, Salz, Pfeffer, …

… nur mal so als Lösungsansatz.

 


Nominieren soll ich nach den Regeln auch noch wen und mir für die Nominierten Fragen ausdenken. Das möchte ich nicht tun, weil ich für mich entschieden habe, Awards zwar mitzumachen, wenn mir die Fragen gefallen, sie aber nicht mehr weiterzureichen. Ich habe schon früher die Kettenbriefe nicht abgeschrieben ohne dafür bisher vom Schicksal zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Ich trau mich das.

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