Neuseeland #6 – Unterirdisch

Nach einem Fahrtag mit viel, viel Regen erreichen wir am späten Nachmittag die Pancake Rocks. Wieder so ein Postkartenmotiv, das jeder schon mal gesehen hat. In echt sehen sie ganz anders aus, als ich sie mir vorgestellt habe, viel grüner. Wir warten auf spektakuläre Wellen und dafür ist so ein Regentag natürlich viel versprechender als ruhiger Sonnenschein.

Gleich nebenan ist eher so ein verstecktes Highlight, die Punakaiki Cavern. Ich bin ja immer ganz begeistert, wenn man mal ohne Aufsicht in irgendwelche Löcher im Berg krabbeln kann, und hier darf man das, auch wenn wir uns nicht so weit hineintrauen. Aber für ein nettes Bild reicht es.

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Der absolute Höhepunkt dieses Reiseabschnitts ist am nächsten Tag unsere geführte Höhlentour am Nile River. Die ist sozusagen das Überraschungsei mit Spiel, Spass und Staunen, nur ohne Schokolade. Erstmal heißt es umziehen und in die Neoprenschale werfen. Ich liebe es, mich in schon nasse, muffige Neoprensachen zu schieben, brrr. Dann geht es aber auch nach dem obligatorischen Briefing schon los. Erst für eine kurze Fahrt ins Auto, die an einem hölzernen Bahnsteig im Regenwald endet. Tatsächlich liegen da Gleise und unser Guide Peter schiebt einen Minizug aus Wellblech-Waggons zusammen und setzt die Mini-Lok mit Namen Cecil davor. Mit der zuckeln wir dann auf schmaler Spur durch den Regenwald.

Am Ende der Strecke geht es zu Fuß auf einer Hängebrücke über den Fluss, wo gerade drei Neoprengewandete auf LKW-Reifen-Schläuchen vorbeitreiben. Das werden wir später auch machen. Guide Peter drückt uns auch Schläuche in die Hand, und damit geht es erstmal zu Fuß über 131 rutschige Stufen bergauf bis zu einem Höhleneingang. Noch ein paar letzte Verhaltensregeln, Helm auf, Lampe an, es geht ins Dunkle. Und wie spektakulär! Über zwei Ebenen staunen wir über eine Tropfsteinformation nach der nächsten.

Dann geht es wieder tiefer und jetzt wird es richtig toll. In einer großen Höhle sitzen wir auf dem Boden, über uns leuchten einige Glühwürmchen. Peter erklärt uns, dass sie auf Luftschwingungen reagieren, und dass es schon genügt zu sprechen, um sie zum Leuchten zu bringen. Hätte ich das mal früher gewusst, wir haben nämlich schon einmal ganz wenige gesehen. Und wirklich, während er redet, werden es immer, immer mehr, bis schließlich die ganze Höhendecke aussieht wie der unbekannte Sternenhimmel eines fernen Planeten.

Später sehen wir im Licht auch die Schleimfäden, in denen die Würmer sitzen, und mit denen sie wie eine Spinne Insekten fangen und mit einem Gift lähmen. Aus der Nähe betrachtet also wenig romantisch, aber aus etwas Distanz unschlagbar schön. Und noch viel schöner, wenn man dann auf seinem Luftschlauch sitzend den Kopf nach oben auf einem Höhlenkanal dahintreibt, das Glühwürmchenband über sich wie die Milchstraße.

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Ziemlich Indiana-Jones-mäßig treiben wir bald vor dem Höhlenausgang im feuchten Regenwald durch einen grünen Tunnel weiter, der dann in den Nile River mündet. Der hat nach dem Regen der letzten Tag ordentlich Strömung, die uns zu unserem Dschungelbahnhof zurückbringt. Dort gibt es gleich das nächste, ungeplante Abenteuer. Zwei weitere Höhlengänger sind angekommen, und ein Waggon ist aus den Gleisen gesprungen. Bevor wir zurückkommen müssen nochmal alle mit anpacken. Dann geht es Schuut-Schuut wieder zwischen den Farnbäumen hindurch.

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