Neuseeland #1 Eine Stadt im Wiederaufbau

Wir sind endlich da! Nach endloser mehr als 30stündiger Reise und einer aufwendigen Einreisekontrolle einschließlich Vorzeigen der sauberen Wanderschuhe prangt endlich der neuseeländische Stempel im Pass, und wir stehen in der warmen Sonne vor dem Flughafen und fragen uns, wie wir wohl zu unserem Mietwagenverleiher kommen, der offiziell in einer Stunde schließt. In den Unterlagen hat das bestimmt irgendwo gestanden, nach 30 Stunden Reisedauer ist es mit der Denkfähigkeit aber nicht mehr allzu weit her. Die Lage klärt sich aber rasch. Die Verleiher holen ihre Kunden ab, und wir finden auch bald die Haltestelle für die Minibusse.

Das Formale geht dann recht zügig, und wir stehen vor einem 7,2m langen Wohnmobil auf dem Parkplatz, das die nächsten drei Wochen unser Zuhause sein wird. Im ersten Kreisel lernen wir gleich die erste Wohnmobil-Lektion: vor der Abfahrt ALLE Schränke RICHTIG zumachen! War die Macke in der Tasse schon? Gleich folgt das nächste Abenteuer: Rangieren auf dem Supermarktparkplatz. Bis wir dann auf dem Campingplatz stehen, alles bekuckt haben, ein- und ausgeräumt haben ist es dunkel, und die Mägen hängen sehr tief. Zum Glück ist die nächste Kneipe nicht weit, kochen wäre jetzt doch zu viel verlangt. Morgens nach dem Frühstück finden wir dann langsam heraus, was der erfahrene Wohnmobilmieter von zuhause mitbringt. Die Faltschüssel zum Beispiel wäre sehr nützlich.

Auf dem Weg in die Innenstadt von Christchurch folgt die erste wahre Belastungsprobe – die Parkplatzsuche mit dem langen Schiff. Um es abzukürzen, sie gestaltet sich nicht leicht, ist aber letzten Endes natürlich doch erfolgreich. Den Rest müssen die Füße erledigen. Durch einen großen Park sind wir bald in der Innenstadt. Die wirkt nach dem großen Erdbeben vor einigen Jahren schon wieder aufgeräumt und freundlich, aber an allen Ecken und Enden wird abgerissen oder neugebaut, auch die ein oder andere Ruine steht dazwischen, Doppel-T-Träger stabilisieren allerorten brüchiges Gemäuer. Es ist vermutlich frustrierend, wenn man die Stadt vorher kannte oder hier gelebt hat. Wir schauen uns die Kathedralenruine an, ebenso das Langzeitprovisorium Cardboard Cathedral, eine Konstruktion aus T-Trägern, Containern und Pappröhren mit bemerkenswert freundlicher Atmosphäre. Etwas beklemmender ist es gegenüber bei den 185 Stühlen, die an die Opfer erinnern, jeder mit einer Miniblumenvase.

Auf dem Rückweg verlaufen wir uns im botanischen Garten, finden dann aber doch wieder heraus und zurück zum Auto. Nachmittags sind wir unterwegs Richtung Banks Peninsula und fahren bei herrlichen Sonnenschein über die Höhenstraße nach Akaroa, wo wir auf einem Parkplatz am Wasser am Ortsrand nächtigen. Es reicht auch noch für einen Sonnenuntergangsspaziergang.

Morgens nieselt es, und dicke Wolken hängen am Himmel. Wir brechen bald auf, nicht aber ohne vorher über die große Wiese nebenan geschlendert zu sein, wo eine Oldtimer Show stattfindet. Ein wenig tun mir die Besitzer der frisch polierten Schätzchen leid, etwas besseres Wetter hätte ich ihnen gewünscht.

Jetzt aber ab in die Berge!

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