The Versatile Blogger Award – Oder: Wir können alles

Diese Woche regnete es Blogger-Stöckchen auf mich, so dass ich mich fühlte wie beim Mikado. Ein Spiel, bei dem ich ähnlich wie beim Löten und überhaupt fast allem, das Geduld und eine ruhige Hand erfordert, nicht besonders gut abschneide. Aber bei diesen Stöckchen geht es ja eben nicht um Stillhalten sondern um Bewegung der Finger auf der Tastatur. Eins davon ist der Versatile Blogger Award, den mir Gedankfreigang überreicht hat, die mir also wohl zutraut, über alles mögliche vielseitig schreibend daher zu plaudern.

versatile-blogger-award

Passt auch gar nicht so schlecht, weil ich tatsächlich vieles ein wenig kann, aber nichts richtig. Dementsprechend hat dieser Blog hier auch kein zentrales Thema. Generaldilettant also. Nachdem ich kürzlich eine euphorische Reportage über den Wert des Improvisierenkönnens las, suche ich noch nach einer entsprechenden klugen Formulierung, die das etwas netter ausdrückt.

Bisschen suspekt ist mir das Ding aber doch. Die Spielregeln sind eher vage: erzähle sieben Fakten über dich und nominiere 15 (fünfzehn!) weitere Blogger. Hmpf. Über mich schreiben? Ja, tun wir das hier nicht alle im Grunde die ganze Zeit? Wir bloggen über was uns einfällt, weil wir anscheinend keinen kennen, der’s nochmal erzählt bekommen will, was uns da gerade durchs Hirn läuft. Stattdessen schreiben wir es ins große Internet, damit es Menschen lesen können, die keine Lust haben, sich das Gelaber der anderen Menschen um sie herum anzuhören und stattdessen lieber ihr Telefon tätscheln, um dem WordPress-Reader unterhaltsame Blogbeiträge zu entlocken.

Und dann sieben Dinge erzählen. Ich mag Listen, aber nicht um ihrer selbst willen. Chris hat das Listenproblem auf den lebensseiten sehr elegant umgegangen und en passant einiges über sich preisgegeben, ich habe nicht nachgezählt, ob  es am Ende tatsächlich sieben Eigenschaften waren. Ich ziehe den Hut vor seinem Text und empfehle ihn als weitere anregende Lektüre, falls Ihr nach dieser hier immer noch keine Lust auf Kommunikation mit den Menschen um Euch herum habt.

Weil meine End-2016-Schreibflaute es souverän über Silvester hinaus ins Jahr 2017 geschafft hat, wollte ich die Anregung hier aber doch irgendwie aufgreifen. Schreibflaute habe ich deswegen, weil ich dringendst eine beträchtliche Menge Text außerhalb dieses Blogs zu produzieren hätte, weswegen die Vorstellung, ganze Sätze aus der Tastatur fließen zu lassen, in meinem Hirn als Ergebnis einer kindlichen Trotzreaktion die sofortige Verweigerung ebendieses Prozesses hervorruft. Womit ich schon bei einer wichtigen Eigenschaft wäre, dass ich mir nämlich problemlos innerhalb eines kurzen Absatzes mit einem langen Schachtelsatz widersprechen kann. Wer sonst noch etwas über mich wissen möchte, der muss fragen oder möge zwischen all den vielen in allen Beiträgen bereits zusammengekommmenen Zeilen lesen und nach mir suchen. Wobei dann ein Mensch herauskommt, bei dem vermutlich jede Ähnlichkeit mit mir Zufall wäre.

Und damit entscheide ich mich dafür, dem aus dem Nichts aufgetauchten Versatile Blogger Award beim Aussterben zu helfen, indem ich ihn nicht weiterreiche.

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9 Kommentare

  1. Das ist doch wieder ein sehr lesenswerter Beitrag geworden. Ja, gerade während einer Schreibflaute sind diese Awards eine willkommene Inspiration. Und du hast natürlich recht – die meisten Fakten gibt es sowieso in und zwischen den Zeilen der normalen Beiträge.

    Zum Schluss natürlich noch vielen Dank für dein Lob und die Erwähnung meines Beitrags 🙂

    Gefällt 1 Person

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