Archimedes denkt: Der südliche Nachbar

dsc_0193

Wieder mal kann man dieser Tage viel EU-Schelte in den Nachrichten lesen. Daran haben wir uns doch schon gewöhnt. Und auch von unseren Schweizer Nachbarn und ihrem Verhältnis zur EU war erst kürzlich wieder die Rede. Solche Nachrichten liest man, und die meisten Leser werden sich dabei wohl denken: was betrifft mich das schon?  Ich gebe zu, mir ist auch oft nicht klar, wieso ich mich für das ein oder andere Detail interessieren sollte, aber gerade merke ich mal wieder ganz plastisch, wie mich die EU im Alltag betrifft. 

Ich schicke aus beruflichem Interesse immer mal wieder einen Gegenstand nach Irland. Die Kelten von der grünen Insel schicken mir den nach einiger Zeit wieder zurück, der materielle Wert bleibt dabei unverändert, Geld verdient daran niemand außer der Spedition.

Falls sich jemand fragt, was das soll: es nennt sich Grundlagenforschung und ist damit per se ein bisschen schräg. Könnte man dabei an irgendeiner Stelle ernsthaft Geld verdienen, dann wäre es, genau, keine Grundlagenforschung mehr. Ich fühle mich sehr privilegiert, in einem Land zu leben, in dem wir uns Arbeitsplätze wie meinen leisten können und wollen. Darüber vielleicht an anderer Stelle mal mehr.

Irland also. Formular eines Paketzustellers ausfüllen, ausdrucken, Rechnung zahlen, Sendung weg. In Irland abholen lassen ist genau so einfach. Zusteller anrufen, Sendung bekommen, Rechnung zahlen. Zeitaufwand? Welcher Zeitaufwand?

Nicht ganz so routiniert soll nun etwas Richtung Schweiz. Die Eidgenossen schicken aus den Bergen später wieder zurück, Wertzuwachs gleich Null, dasselbe in grün also? Haha, selten so gelacht. Da ist doch noch der Zoll. Formulare hier, Formulare da, welches davon brauche ich überhaupt, anrufen, erkundigen, wie geht das, was wollen die wissen? Jemand muss zum Zoll fahren, um dort Versandgut und Papiere präsentieren. Gerne tut das auch die Spedition für mich, die hat nervenstarke Mitarbeiter, die das routiniert erledigen. Und ebenso routiniert in Rechnung stellen.

Und auch den übrigen Aufwand muss jemand zahlen. Meine und anderer Kollegen Arbeitszeit, die Arbeitszeit der Mitarbeiter beim Zoll.

Achso, das geht alles auf den Deckel des ominösen anonymen Wesens Steuerzahler?

Warum nur sollte einen das bloß interessieren?

Advertisements

Was meinst Du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s