Lost and Found – Dem Finden folgt das Suchen

Eine wahre Geschichte vom Finden und Suchen, Gold in Kanada, Frauen und einem Ring.

Lost and Found – A true story on losing, finding, Canadian gold, women and a wedding ring. Please find an English version below the German text.


Ich suche jemanden. Tun wir das nicht alle? Ja. Aber ich suche eine ganz bestimmte Person aus den über 7 Milliarden. Vermutlich suche ich eine Frau, also stehen nur noch etwa 3,5 Milliarden zur Auswahl. Ich suche die Frau, deren Ehering in meinem Badezimmerschrank liegt.

Hier ist die Geschichte. Diese Geschichte ist wahr. Und deswegen bitte ich ausnahmweise alle Leser ausdrücklich darum, sie zu teilen oder rebloggen oder sonstwie zu verbreiten.

Es ist August 2014. Wir paddeln auf dem Yukon in Kanada. Zwei Menschen in einem Kanu in einer menschenarmen, aber touristisch doch recht beliebten Gegend. Es ist später Nachmittag, wir suchen einen Platz zum Zelten, und das ist hier manchmal nicht einfach, weil die Flussufer steil sind oder hohes Gestrüpp bis dicht ans Ufer wächst. Nach ein paar Anläufen finden wir einen guten Platz. Das Ufer ist hoch, es ist anstrengend, die Ausrüstung nach oben zu schleppen, aber oben ist reichlich Platz für unser großes Zelt. Hier übernachten häufig Bootswanderer, es gibt einen Feuerkreis und Baumstämme als Sitzgelegenheit außenrum. Beide laufen wir mehrmals zwischen Boot und Zelt hin und her, bald haben wir unsere Ausrüstung weiträumig verteilt. Wir sägen Holz, machen Feuer, kochen Abendessen.

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Irgendwann schaue ich zufällig auf den Boden, und vor meinen Füßen liegt da ein Ring im Staub. Er sieht aus wie ein Ehering, ein Männername und Datum eingraviert. Mir ist er zu eng, das spricht dafür, dass es der Ring eine Frau ist, der Jahreszahl nach ist sie vielleicht ein paar Jahre älter als ich. Der Name des Mannes klingt deutsch, es sind viele deutsche Touristen hier unterwegs, er könnte aber auch in vielen anderen Sprachen so geschrieben werden.

Wir sind noch ein paar Paddeltage vor Dawson. Es ist einsam hier, auch wenn wir doch jeden Tag mindestens einmal andere Menschen sehen. Die Straße verläuft weit weg vom Fluss, an diesen Fleck kommt man nur mit einem Boot. Die Frau wird wohl nicht noch einmal hier vorbeikommen. Weiß sie überhaupt, wo sie ihren Ring verloren hat? Oder hat sie ihn im Streit vielleicht wütend auf den Boden geworfen? Naja, vielleicht etwas dramatisch, aber falls dann bereut sie es sicher. Aber sie hat ihn wohl einfach verloren. Auch sie hat hier ihre Ausrüstung hochgetragen, vielleicht ist sie an der Kante ausgerutscht.

Ich nehme den Ring mit. Tage später in Dawson bin ich etwas ratlos, was ich damit tun soll. Irgendwo abgeben? Da viele Paddler auf dem Campingplatz übernachten, sage ich dort im „Büro“ Bescheid. Wer schon einmal dort war, weiß, warum ich das in Gänsefüßchen setze und darf jetzt bei der Erinnerung wissend schmunzeln.

Und nun? Nun sind mehr als zwei Jahre vergangen. In meinem Badezimmerschrank liegt der Ring. Ich bin sicher, eine andere Frau vermisst ihn immer noch.

Ich weiß, wie unwahrscheinlich und vermutlich sowieso erfunden all diese social-media-Such-Erfolgsgeschichten sind. Aber vielleicht gibt es trotzdem eine Chance und vielleicht könnt Ihr doch helfen, dass vielleicht diese Frau ihren Ring wiederbekommt. Und deswegen fordere ich Dich zum Teilen, Rebloggen, … dieser Geschichte auf.


This is a story about finding something and searching for someone. About me searching for someone. Aren’t we all? Yes, we are, but this search is for one particular person, for exactly one in 7 billion. It is for the woman who’s wedding ring I have in my bathroom.

Here’s the story. It is actually a true story for which reason I ask you to share, reblog, spread it.

We’re in August 2014, paddling down the Yukon river, Canada. Two people in a canoo in a remote area, sparse with people but still frequented by its share of tourists. It’s been a beautiful day and we’re looking for a site to pitch camp. Today this turns out to be rather difficult, the river banks being steep, often with dense vegetation growing up to the shores. After a few tries in vain we find a well suited spot. The river bank is high and steep and we have a lot of gear to carry atop. But there’s plenty of space for our big tent. Obviously people stay here regularly, there’s a fire site and logs around it to sit on. Very comfortable, though. We have to walk back and forth between the tent and the canoo a couple of times, but eventually all our gear is spread over the site and we start cutting wood, lighting the fire, cooking dinner.

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Suddenly I look down. Beneath my feet lies a ring. It looks like a wedding ring with a date and a man’s name engraved. It is too small for my fingers, thus it is presumably a girl’s ring. According to the year engraved she’s likely to be a few years older than I. The guy’s name might be German, but could be from a range of other languages as well.

We’re a couple of days of paddling away from Dawson City. We keep seeing other people about once a day, but still it is lonely here. The road runs far from the river, the only way to get to this spot this time of year is by boat. The woman’s unlikely to return to this place. Does she know at all it was here where she lost the ring? Did she toss it to the ground in an argument, playing the drama queen? If so, she might regret. I guess she just lost it. She as well carried her gear up and down the steep bank. Maybe it was slippery and she fell.

I pick the ring from the ground. Days later on arrival in Dawson City I wonder what to do. Hand it over to someone? A lot of people traveling on the river stay at the campsite, so I left a note there. Finally, I carried the ring with me on my journey back home.

That ring has been lying in my bathroom cabinet since. I am sure another woman misses it. I do very well know how unlikely and probably made up all these social media find someone success stories are. But I also know: there is a tiny non-zero chance you can help her getting that wedding ring back!

And that’s why I ask you to reblog, share, … spread this story.

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6 Kommentare

  1. Ich habe meinen Ehering schon kurze Zeit nach der Eheschließung auf irgendeinem Waschbecken liegengelassen. Meine Ehe hält ohne Ring schon fast 50 Jahre. Übrigens war es auch nicht „mein“ Ring, denn wir waren damals zu arm, um einen neuen zu kaufen. Wir fanden bei einem Trödler zwei nicht zusammengehörige Eheringe von Verstorbenen, für damals 20 DM. Echt Gold, schön altmodisch. Mein Mann verlor seinen ein paar Jahre später. Wozu braucht man Eheringe, wenn man sich liebt? Und wenn man sich nicht liebt – wozu braucht man sie dann?

    Gefällt 6 Personen

    • Ich stimme Deinem letzten Satz voll und ganz zu. Manche Menschen tragen ihn ja auch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht. Bei einer Paddeltour ist es sicher klug, ihn zuhause zu lassen. Aber wenn man ihn dauerhaft trägt, dann stelle ich mir irgendwie vor, dass er eine hohe emotionale Bedeutung hat. Als unverheiratet glückliche Frau bin ich da ja genau die richtige, das zu wissen 😉

      Gefällt 2 Personen

  2. Meine Mutter hat ihren auch – ziemlich bald nach der Eheschließung verloren – bei einem Ausflug verloren – Papa hat seinen irgendwohin getan und seitdem hat ihn (den Ring natürlich) niemand mehr gesehen – letztens hatten sie dennoch die Rubinhochzeit 🙂
    Ich bin wieder ganz anders für mich wäre der Ring – auch wenn die Ehe scheitern würde – ein sentimentales und wichtiges Symbol …

    Gefällt 1 Person

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