Septemberqual (Alpen [0])

Wer auch nur gelegentlich Reiseberichte in welchem Medium auch immer konsumiert, kam an ihm dieses Jahr kaum vorbei: Alle laufen den E5. In ganzer Länge ein Quer-über-die-Alpen-Wanderweg von Konstanz nach Verona. Das macht natürlich kaum jemand, meist ist das Teilstück von Oberstdorf nach Bozen oder sein Seitenast mit Ziel Meran gemeint, und auch diese Strecke wird selten zur Gänze per Pedes bewältigt. Klingt aber trotzdem heldenhaft: Zu Fuß über die Alpen.

Urlaub artet bei mir ja schnell in physisches Leiden aus, ich muss schließlich eine vorwiegend am Schreibtisch ausgeübte bewegungsarme Berufstätigkeit kompensieren. Am Strand sitzen ist durchaus mal ganz nett, aber nach einer halben Stunde kann man dann auch wieder was anderes machen. Eine Ansage für den Urlaub 2016 war: Ich will mal nach Süden. Das hat für immerhin zehn Tage, die wir in den Alpen und somit deutlich südlich unseres Wohnortes geurlaubt haben, geklappt. Zu Fuß gehen war eine mir durchaus willkommene Abwechslung, und als der Ingenieur zum ersten Mal vom E5-Wandern sprach, fiel mir weder ein Grund zum Widerspruch ein noch ein gewichtiger Gegenvorschlag. Keine besonderen Ausrüstungsinvestitionen, übersichtlicher Planungsaufwand, wenn man nicht den Ehrgeiz hat, die Route neu zu erfinden, was will man mehr.

Öh ja, und die Anstrengung? Die Berge? Training? Kann man problemlos ausblenden, bis es beim Losmarschieren am ersten Wandertag zu spät für solche Fragen ist. Was sind schon 10.000 Höhenmeter?

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Während wir uns immerhin aussuchen durften, wohin wir fahren, war die Frage nach dem Zeitpunkt weitgehend fremdbestimmt, worüber ich an anderer Stelle schon mal ausgiebig geklagt habe. Es sollte sich jedoch nicht zu unserem Nachteil erweisen. Hätte ich gewusst, dass die Neuauflage eines beliebten Wanderführers einige Monate später ausverkauft sein würde, hätte ich mir das Unternehmen auch eventuell doch nochmal überlegt. Wenn ein Reiseziel gerade so richtig beliebt ist, sollte man vielleicht doch die Füße davon lassen.

Oder wenigstens in der Nebensaison reisen. Letzteres sei hiermit jedem E5-Willigen dringend ans Herz gelegt. Und auch Petrus mochte die diesjährige Nebensaison. Oder er mag uns. Jedenfalls hat er für das Tanja-auf-dem-E5-Wetter die volle Punktzahl verdient.

Soviel der einleitenden Worte. Wer keine Lust auf einen Reisebericht hat, darf sich mit der Kurzfassung begnügen: hoch, runter, gerade, hoch, rüber, runter, Seilbahn, halbrum, runter, Bus, hoch, Schnee, weiter hoch, Gondel, Tunnel, Nebel, runter, hoch, runter, Bus Bahn, Sonne, Bus, Bahn.

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Wer es aber etwas detaillierter, wortreicher und in ganzen Sätzen mag, darf sich darauf freuen, hier das Ergebnis meiner Fabulierkunst zu genießen.

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