Tōkyō (2)

Das Kino zelebriert die Wiederholung des Weltuntergangs, und auch ich schrecke nicht vor Selbstzitaten zurück.

MitmachBlog

Vor ein paar Jahren war er beruflich schon einmal in Tokyo gewesen. Die Stadt hatte ihn verwirrt. Er hatte graue Büroetagen kennengelernt und mit Männern in dunklen Anzügen an Konferenztischen gesessen. Alle waren höflich, nickten, lächelten, freundliche Assistentinnen servierten Tee. Die Gespräche waren erfolgreich, aber zäh. Immer wieder mussten die Dolmetscher Details klären. Seine Gastgeber hatten sich sehr um ihn bemüht, hatten ihn fast rund um die Uhr betreut. Besuche in teuren Restaurants standen auf dem Programm, es wurde immer wieder Tee getrunken und reichlich Sake. Durch das Fenster eines Taxis erhaschte er Blicke auf grelle Neonlichter, beleuchtete Sehenswürdigkeiten, strahlende Einkaufstempel. Auf dieser Reise war dafür jedoch keine Zeit.

Nur an seinem letzten Abend, da hatte er auf eigene Faust versucht, einen winzigkleinen Bruchteil der Stadt für sich zu erobern. Er war kläglich gescheitert. Noch heute schämte er sich bei dem Gedanken, wie er sich jämmerlich verirrt hatte, wie er…

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