Babyleurafrika

Montagmorgen. Vor nur sehr wenigen Stunden des Schlafes war noch Sonntag. Ein ruhiger Abschnitt der A3 rauscht unter den Autorädern. Es läuft ein Interview mit Herrn Ö. im Radio. Wer bloß ist dieser Herr Kamerun, von dem er dauernd spricht? Von Herrn Kamerun wird erwartet, dass er einen Brief schreibe, er weiß aber anscheinend nicht recht, ob er wollen will oder sollen soll oder müssen muss. Wird dann schon keine Rechnung sein, die kommen ja meist zügig, obwohl man gar nicht so dringend darauf wartet.

Vielleicht kann Herr Ö. sich einfach nicht merken, wie der kamerunische Präsident heißt und nennt ihn der Einfachheit halber Herrn Kamerun. Heißt es kamerunisch? Heißt das Staatsoberhaupt Kameruns Präsident? Letzte Interview-Frage der Moderatorin an Herrn Ö.: ob er denn glaube, dass Englisch als Verhandlungssprache in Zukunft weniger relevant werde. Worauf spielt sie an? Führen wir Beitrittsverhandlungen mit Kamerun? Dann wäre die Frage vielleicht berechtigt. In Kamerun spricht man vermutlich eher Französisch, so man es für nötig hält, sich einer auswärtigen Sprache zu bedienen.

Herr Ö. spricht dann aber von den Irren, die auch noch Englisch sprächen. Damit meint er aber jetzt doch nicht den Herrn aus Kamerun, oder? Ist eine komplizierte Welt da draußen. Ich hoffe der Herr Ö. regelt das.

Montagabend. Einkauf im türkischen Supermarkt. Komischerweise scheint es auf Türkisch kein äquivalentes Wort für komischerweise zu geben. Das hat weder etwas mit Herrn Ö. zu tun noch mit Herrn Kamerun. Nur mit Sprache und damit, dass ich kein Türkisch verstehe.

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