Tag 72 – Das war’s

Der letzte Tag dieser Reise ist ermüdend und besteht vor allem aus Warten. Vom Campingplatz zum Hafen ist es nicht weit, die Fähre fährt um 17:00, Check-In ist bis 15:00. Das Einladen der Autos, Motorräder und Fahrräder folgt völlig undurchschaubaren Regeln, wirkt chaotisch  und dauert ewig. Langsam wird klar, wieso man  zwei Stunden vorher schon hier sein soll.

Der Unterhaltungswert des In-der-Schlange-Stehens hält sich schon in Grenzen, aber dann stehen mir 27 Stunden geballter Langeweile bevor. Auf dem Schiff gibt es diesmal immerhin einen schönen Zeitvertreib, nämlich eine Sauna. Für Menschen, die auch ohne Brille in die Ferne schauen können, sogar mit Meerblick.

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Jetzt war ich zehn Wochen unterwegs und freue mich aufs Heimkommen. Ab Travemünde kommt das Rad auf den Fahrradträger von Svens Auto. Zu Hause werde ich, zumindest für eine Weile, den meist so selbstverständlichen Komfort des Wohnens in einer Wohnung wieder richtig zu schätzen wissen. Heißes Wasser macht ganz schnell der Wasserkocher, in der Küche gibt es Kühlschrank, Gefrierschrank und Elektroherd, schmutzige Wäsche kommt einfach in den Wäschekorb, weil ich mehr als zwei Paar Socken und mehr als zwei T-Shirts zur Auswahl habe. Ich muss nicht jeden Abend ein Zelt aufbauen und kann wieder alles einkaufen, was ich essen möchte, ohne darüber nachzudenken, ob die Verpackung fahrradtauglich und der Inhalt ungekühlt so lange haltbar ist, wie ich zum Essen brauche.

Und damit ist die Reise und mit ihr dieses Tagebuch nun zu Ende.

Fortsetzung folg? Vielleicht …

 

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4 Kommentare

  1. Liebe Tanja, ich bin 1985 zum ersten mal mit dem fahrrad ans Nordkapp und zurück gefahren. Letztes jahr, also 30 jahre später, wollte ich’s nochmal wissen. In sieben tagen bin ich von Bern, wo ich lebe, nach Hamburg gefahren, gut tausend kilometer. Dort musste ich leider aufgeben, eine sogenannte „radlerlähmung“ hat mich abrupt gestoppt – das ist das gleiche, das auch du in deinen ring- und kleinen fingern gespürt hast.
    Ich musste dann immer arg schlucken, wenn ich einen radfahrer oder eine radfahrerin mit grossem gepäck gesehen habe. Dir gratuliere ich dazu, das du’s geschafft hast. Ich hoffe, das deine finger sich in der zwischenzeit wieder erholt haben. Bei mir dauert die „läsion des nervus ulnaris“, wie das in der fachsprache heisst, links leider immer noch etwas an. Ich danke dir, das du mich virtuell an deiner radtour hast teilhaben lassen!
    Radlergrüsse aus Bern von pan.

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