Tag 57 – Rovaniemi

Vormittags überquere ich unspektakulär auf einer Nebenstraße in einem Vorort von Rovaniemi wieder den Polarkreis. Mittlerweile geht die Sonne nachts schon wieder für fast vier Stunden unter, was sie an meinem Zeltplatz gestern Abend am Fluss ausnehmend dekorativ getan hat.

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Nett war an dem Platz außerdem, dass mir ein Angler einen wenn auch sehr kleinen Fisch als Abendessenergänzung geschenkt hat. Der Haken daran war, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Fisch ausnehmen musste. Ein anderer Angler hat mir das vor längerer Zeit aber so erklärt: aufschneiden und alles rausholen, was drin ist. Hm, war das mit dem Aufschneiden von vorn nach hinten oder andersrum? Der Haken selbst war aber schon ab. Also der Fisch von diesem. Da der Fisch wie gesagt, sehr klein war, ging das Ausnehmen mit dem Schweizer Messer ganz gut. Das Messer hatte ich vor der Reise eigentlich noch mal ordentlich schärfen lassen wollen. Wäre eine gute Idee gewesen.

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Der nächste Morgen ist statt dekorativ sonnig dekorativ flussneblig. Und führt mich nach Rovaniemi. Dort gibt es zwei Fahrradläden. Im zweiten werde ich auf der Suche nach einem neuen Ständer auch fündig. Der Verkäufer rät mir zwar von dem, was er anzubieten hat, ab, ich kenne die Konstruktion auch, und weiß, dass sie nichts taugt, kaufe das Teil aber wider besseres Wissen doch, einfach weil ohne so lästig ist. Und es muss ja nur noch zwei Wochen lang durchhalten.

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Wenn man gerade aus einer Gegend kommt, wo man mit Glück einmal am Tag auf die Gelegenheit für eine Tasse Kaffee oder einen Lebensmitteleinkauf stößt, ist eine Stadt, wo es an jeder Ecke was zu essen gibt, geradezu überwältigend. Aber ich mache mir langsam Sorgen um meine Alltagstauglichkeit. Ich fahre mit einer groben Straßenkarte und dem GPS-Gerät einmal längs durch Finnland und bin seit Mittelschweden nicht einmal falsch abgebogen, aber in einer Einkaufspassage verliere ich quasi sofort nach Betreten die Orientierung. Der Ortsausgang ist eine einzige große Baustelle, den Weg da durch finde ich dann wieder treffsicher.

Während ich abends noch mir am Verhandeln bin, ob ich versuchen soll, bis zur Küste durchzufahren, finde ich einen guten Zeltplatz, wieder am Fluss. Hier kann ich endlich mal im Trockenen alles ausbreiten. Das Zelt ist immer noch feucht, die Isomatte auch, und infolgedessen hat sogar der Schlafsack außen feuchte Stellen. Mal sehen, ob es mir vergönnt sein wird, alles wieder getrocknete auch ebenso wieder einzupacken. Nachdem ich jetzt vier Tage nacheinander jeweils deutlich über 100 km gefahren bin, tut heute auch der Hintern weh. Wo ist eigentlich die Hirschtalgsalbe abgeblieben?

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