Tag 55 – Alles gar nicht sooo schlimm

Als ich morgens aufwache, regnet es wie erwartet. Ich zögere das Verlassen des Zelts so lange wie möglich raus, irgendwann lässt es sich aber nicht mehr vermeiden. Das Zelt ist patschnass, es darf zum ersten Mal nicht zu Schlafsack und Isomatte mit in die Gepäckrolle, sondern muss draußen bleiben. Gleich nachdem ich losgefahren bin, verkündet ein Straßenschild: Kittilä – 110km. Wenn ich das heute schaffe, gibt es zur Belohnung eine Übernachtung auf dem Campingplatz.

Nach 22km komme ich nach Pokka. Pokka ist genauso ein kleiner Punkt auf der Landkarte wie viele andere auch, bei denen man kaum mitbekommt, dass man durch einen Ort fährt, weil außer ein paar Wegen, die in den Wald abzweigen, einer Handvoll Briefkästen und drei Häusern zwischen den Bäumen nichts zu sehen ist. Aber Pokka ist anders, besser.

Pokka hat touristische Infrastruktur, bestehend aus einem Rastplatz mit Infotafel und Bank, heute uninteressant da nicht überdacht, und einem Campingplatz mit Hüttenvermietung, Tankstelle und, ganz wichtig, Kahvila (Café). Der geschäftstüchtige Wirt will mir gleich eine seiner Hütten vermieten. Zum Aussitzen ist diese Regenphase aber zu lang, da muss ich durch. Er bestätigt mir aber, dass es in Kittilä wirklich einen Campingplatz gibt (meine gedruckten und elektronischen Informationen zu Campingplätzen sind für Finnland dürftig und nicht sehr verlässlich), und empfiehlt mir eine der beiden möglichen Straßen.

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Kurz hinter Pokka ist die Straße nicht mehr asphaltiert. Alles wird dreckig, die Kette knirscht. Zum Glück fahren nur sehr wenige Autos, ich kann also nach Belieben um die Schlaglöcher kurven. Und so eine Dreckwasserdusche würde mir gerade noch fehlen. Wenn das wirklich die bessere der beiden Straßen ist, will ich gar nicht wissen, wie die andere aussieht. Gelegentlich lässt der Regen etwas nach und es nieselt nur. Dann kommen sofort die Mücken, sobald ich bergauf langsamer werde. Ich freue mich über meine gestrige Selbstdisziplin, dank derer in der Lenkertasche noch zwei Schokoriegel sind. Und schaffe es sogar, nicht beide auf einmal zu essen!

Nach 40 km ist die Sandpiste zu Ende, und ich komme wieder flotter voran, so dass ich am späten Nachmittag am Campingplatz in Kittilä ankomme. Eigentlich ganz gut. Bei Sonnenschein würde ich noch weiterfahren. Heute lieber nicht, Fahrrad und ich brauchen die Dusche. Am Rezeptionshäuschen hängt ein Wasserschlauch!

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