Tag 53 – Wo ist der Sommer?

Wind, Regen und die Wettervorhersage lässt für die nahe Zukunft Schlimmes ahnen. Ich hoffe sie trifft so nicht ein.

Ich komme mir vom Wind sehr stiefmütterlich behandelt vor. Vor ein paar Tagen habe ich noch gegen Nordwind gekämpft, jetzt bläst es aus Süden und Osten. Dazu kam heute den ganzen Tag Regen, das Ganze bei 10 Grad. Mir haben so oft Leute erzählt, dieses Jahr sei der Sommer im Norden schlecht, ich hatte aber nicht viel darauf gegeben, weil auch bei uns viele Menschen vom schlechten Sommer, was auch immer das dann genau sein soll, reden, wenn nicht durchgehend von Anfang Juni bis Mitte September Sonnenschein und 30 Grad herrschen. Ich durfte bisher ja nur ganz vorsichtig und vereinzelt übers Wetter klagen. Auch wenn ich hier natürlich trotzdem regelmäßig gejammert habe. Aber heute war nun definitiv kein Sommertag, heute war einfach nur eklig.

Als ich nachmittags irgendwo im Regen stehe und esse, bin ich fast versucht, das Zelt aufzubauen, einen Topf Tee zu kochen und in den Schlafsack zu kriechen. Aber der nächste Ort mit Campingplatz, Kaamanen, und laut Navi auch einem Laden ist mit 30 km jetzt in greifbare Entfernung gerückt. Gestern war Campingplatz mit Dusche schön, heute klingt Campingplatz mit Dusche nach Paradies. Das mit dem Laden entpuppt sich als Niete, der ist nämlich zu. Die nette Frau an der Rezeption des Campingplatzes gibt mir erstmal einen Lappen zum Brilleputzen, damit ich auch was sinnvolles tu während ich ihren Flur volltropfe, und tröstet mich mit der Wettervorhersage für morgen, da soll es trocken bleiben. Nachdem ich den ganzen Tag nass war und meine Hände schon schrumpelig, sollte es eigentlich mal genug sein mit Wasser, aber ich will gar nicht mehr weg unter der warmen Dusche. Na gut, irgendwann schon, Hunger habe ich ja auch, Pausemachen war heute nicht viel. Mit meinen ganzen nassen Sachen hänge ich rücksichtslos den Duschraum voll. Vornehme Zurückhaltung ist was für trockene Leute.

Der leitende Ingenieur in meiner Bodenstation hatte die Idee, den gebrochenen Ständer mit Zeltheringen zu schienen. Das Dümmste, was dabei passieren kann, sind zwei kaputte Heringe, ich versuche es also. Die Heringe passen perfekt ins Profil, aber stabil ist es nicht, das Rad ist mit Packtaschen einfach zu schwer. Also weiter anlehnen. Irgendwann wird es doch mal einen Fahrradladen geben. Vielleicht in Rovaniemi?

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